Seit 50 Jahren feiert die UFE Berlin jedes Jahr den 14.Juli

Liebe Freunde, Chers amis,

Mit großer Freude und nicht ohne Stolz dürfen wir heute mit Ihnen sowohl unseren Nationalfeiertag als auch die deutsch-französische Freundschaft an diesem herrlichen Ort feiern, der Frankreich seit mehr als 50 Jahren verkörpert hat.

Xavier Doucet, président de l'UFE Berlin - Photo © Joël-François Dumont
Xavier Doucet, Vorsitzender der UFE Berlin – Foto © Joël-François Dumont

Zunächst möchte ich mich im Namen aller, bei unseren Gastgebern, unseren deutschen Freunden, bedanken, die uns ermöglichen, uns in der Julius-Leber-Kaserne, die den Franzosen in Berlin so am Herzen liegt, wiederzusehen.

Julius Leber Kaserne Berlin - Foto Archiv © JFD
Julius Leber Kaserne Berlin – Foto Archiv © JFD

Wie letztes Jahr ermöglicht  uns der Sommer eine Pause von dieser Pandemie und lässt uns endlich zu uns selbst finden. Zum Feiern, zum Austausch, zum gemeinsamen Lachen wonach wir alle ein Bedürfnis hatten.

Der Nationalfeiertag am 14. Juli wird in jeder französischen Gemeinde und auch im Ausland, in Botschaften und Konsulaten und dort, wo französische Gemeinden ansässig sind, gefeiert. Wir sind mehr als 3 Millionen französische Auswanderer weltweit. Diese im Ausland lebenden Franzosen, wie Sie und ich, sind diejenigen, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen entschieden haben, das Land zu verlassen und sich in eine andere Kultur zu integrieren und gleichzeitig unsere eigene zu teilen.

Foto Archiv © JFD
Foto Archiv © JFD

Natürlich haben wir unser Heimatland verlassen; es bedeutet aber nicht, die starke Bindung zu lösen, die uns ein Leben lang mit unserem Land verbindet, in dem wir alle Familie, Freunde und schöne Erinnerungen haben.

Es ist gut, sich daran zu erinnern, dass wir auch am öffentlichen Leben Frankreichs teilnehmen, denn wir wählen diejenigen, die unser Land und ihre Staatsangehörigen im Ausland unserer Meinung nach am besten repräsentieren können. Vergessen Sie nie, dass wir alle Botschafter Frankreichs in unserem Gastland sind. All dies ist eine Quelle des Reichtums sowohl für Frankreich als auch für das Gastland. Auch deshalb feiern wir wie jedes Jahr die deutsch-französische Freundschaft.

Foto Archiv © JFD
Erinnerungsfoto vom 11. November 2018 in Berlin – Foto Archiv © JFD

Heute befinden wir uns in der alten Brocard-Messe die einige von Ihnen gekannt haben. Nachdem die französischen Truppen das vormalige « Quartier Napoléon » verlassen hatten, nahm die Bundeswehr das Viertel in Besitz und benannte es nach einem der ersten politischen Gegner Hitlers in Julius Leber um. Julius Leber wurde im Elsass in Biesheim geboren. Julius Leber wurde 1934 als einer der ersten politischen Häftlinge in ein Konzentrationslager geschickt. Am 5. Januar 1945 wurde er in Plötzensee mit den Soldaten, die Deutschland von Adolf Hitler befreien wollten, an den Reißzähnen des Metzgers gehängt.

Le général Breuer présente le Wachbataillon au maire-régnant de Berlin, Michael Müller - Foto © JFD
General Breuer präsentiert dem regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, das Wachbataillon Foto © JFD

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen mitteilen, dass die Traditionen des Wachbataillons der Bundeswehr, das sich als erstes in dieser Kaserne niederließ, vom 9. Infanterieregiment stammen, dessen Offiziere größtenteils von den Nazis erschossen wurden.

Le bourgmestre régnant de Berlin, Michael Müller, décore le général Andreas Henne - Foto Akbar © Bundeswehr
Le bourgmestre régnant de Berlin, Michael Müller, décore le général Andreas Henne – Foto Akbar © Bundeswehr

Hier überreichte der regierende Bürgermeister letzte Woche bei einem feierlichen Appel  General HENNE die höchste Berliner Ehre sowie dem Wachbataillon Achselschnüre für sein von Anfang an vorbildliches Handeln während dieser Pandemie.

Der Regierende Bürgemesiter,Le bourgmestre régnant de Berlin, Michael Müller, décore le drapeau du Wachregiment - Foto © JFD
Der regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, dekoriert die Fahne des Wachregiments mit einer Auszeichnung – Foto © JFD

Bei unseren deutschen Freunden und insbesondere bei Stabsfeldwebel Martin Lücke, der in diesem Jahr unser Ehrengast ist, möchte ich mich dafür bedanken, dass wir während der Pandemie von diesem Schutz profitieren konnten, wie es nur wenige unserer Landsleute weltweit, auch in hochentwickelten Ländern konnten. Martin ist auch der Präsident dieses « Casinos », das den Namen des gefallenen Sergeant Brocard beibehalten hat.

Le drapeau du Wachregiment de la Bundeswehr est présenté aux troupes - Foto © JFD
Die Fahne des Wachregiments der Bundeswehr wird der Truppe präsentiert – Foto © JFD

Wir sind fast 30 Jahre später gerührt, dass die französischen Namen von Straßen, Bezirken oder der Messe von unseren deutschen Freunden beibehalten wurden. Wir fühlen uns sehr geehrt. Und das ist ein Grund mehr, wenn wir jedes Jahr gemeinsam am  » Ehrenmal für die für Berlin gefallenen Toten » einen Kranz niederlegen, um das Opfer derer zu feiern, die für die Freiheit Berlins gekämpft haben.

Stabsfeldwebel und 1. Vorsitzender Martin Lücke - Foto © JFD
Stabsfeldwebel und 1. Vorsitzender Martin Lücke – Foto © JFD

Prost Martin

Un mot maintenant sur le sens de notre combat à l’UFE !

Sie sollen wissen, dass wir heute auch einen leichten Hauch der Revolution feiern. Dieses Gefühl der Revolution fühlten wir zu Beginn des Jahres in uns aufsteigen, als per Regierungsdekret vom 30. Januar 2021 die Franzosen mit Wohnsitz in anderen Ländern als dem europäischen Raum nun einen « zwingenden Grund » vorweisen mussten, um nach Frankreich zurückkehren zu können. 

Foto BS © Yastremska
Foto BS © Yastremska

Diese Entscheidung verletzte nicht nur das Verfassungsrecht, das uns daran erinnert, dass niemandem das Recht auf Rückkehr in das Land, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, vorenthalten werden darf. Es widersprach auch der Erklärung der Menschenrechte, die jedoch in unserer Verfassung verankert ist.

Xavier Doucet - Vorsitzender UFE Berlin - Foto © JFD
Xavier Doucet – Vorsitzender UFE Berlin – Foto © JFD

Durch die Stimme des Präsidenten von UFE Monde, François Barry Delongchamps, wurde dieser Fall vor den Staatsrat, das oberste Gericht Frankreichs, gebracht, um eine zumindest ungerechtfertigte Maßnahme erfolgreich aufzuheben. Dieser UFE-Sieg kam allen unseren Landsleuten außerhalb Frankreichs zugute und machte anderen Ländern klar, dass dies die Art von Maßnahme war, die in einer Demokratie vorgeschrieben ist …

Wie Botschafter Barry Delongchamps, Präsident von UFE Monde, erklärte: « weil die im Ausland lebende Franzosen nicht auf die Straße gehen, bedeutet das nicht, dass sie ihre Rechte nicht verteidigen sollten“.

« Es bestehen ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Dekrete, deren Aussetzung beantragt wird » (Franz. Staatsrat)

Diese Tatsache, gelinde gesagt bedauerlich, hat gezeigt, wie sehr wir es uns selbst schulden, wachsam zu bleiben und auch, wie sehr die Aktion unseres Vereins für die Verteidigung der Grundrechte aller « Franzosen im Ausland » nützlich sein kann.

Après le sursaut, l’action

Diesen Kampf, meine Freunde, mussten wir fortführen. So entstand bei der Berliner UFE die Idee, sich mittels wöchentlicher Radiosendungen auszutauschen, um der Stimme unserer Landsleute auf der ganzen Welt, von Chile über Australien bis hin zu allen Kontinenten, mehr Gehör zu verschaffen.

Stabsfeldwebel und 1. Vorsitzender Martin Lücke – Foto © JFD

Diese Sendungen mit dem Titel « Die Franzosen sprechen mit den Franzosen am anderen Ende der Welt » zeigen leider, dass unsere Probleme die gleichen sind und dass wir egal wo wir uns befinden von unserem eigenen Land « vergessen », ignoriert oder geopfert werden können. Deshalb sollten wir uns austauschen, um unsere Interessen in Zukunft besser zu vertreten. Ich nutze diese Gelegenheit, um Sie einzuladen, uns zu zuhören, indem Sie unsere Podcasts abonnieren.

Im Namen der Mitglieder des Berliner UFE-Büros wünsche ich Ihnen einen schönen Nationalfeiertag und ein großartiges Fest der deutsch-französischen Freundschaft.

Xavier Doucet, Vorsitzender der UFE Berlin – Foto © Joël-François Dumont

Auch möchte ich mein Glas auf unser ältestes Mitglied, Frau Eva Blanchard erheben, die Anfang des Jahres im Alter von 94 Jahren verstorben ist und am letzten Nationalfeiertag noch bei uns war. 

Auf Eva !

Chaque année depuis 50 ans l’UFE Berlin célèbre le 14 juillet

Quand les rayons de la gloire font resplendir nos drapeaux